

Vom VW T1 bis T6. Und warum der neue Liebling plötzlich Ford heißt
Es gibt Autos. Und es gibt Ikonen. Der VW Bulli gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Vom T1 mit Surfbrett-Romantik über den legendären T3 bis hin zum T6.1 als moderner Alltagsheld. Aber kommt nun wirklich nach dem Kult-Bulli?
Kaum ein Fahrzeug hat Freiheit, Reisen und Camping so geprägt wie der Bulli.
Für viele war – und ist – er der Inbegriff von Vanlife.

Aber jetzt kommt die vielleicht unbequemste Frage überhaupt: Was ist eigentlich der neue Bulli nach dem T6?
Eine Frage, die wir bei VanEssa mobilcamping ziemlich nüchtern betrachten. Nicht aus Fanliebe. Sondern aus Erfahrung. Seit über 20 Jahren entwickeln wir Campinglösungen für Alltagsautos und haben inzwischen weit über 100 Fahrzeugmodelle aus Camper-Sicht kennengelernt.
Und genau deshalb fällt unsere Antwort vermutlich anders aus, als viele erwarten würden:
Nicht der T7. Nicht der ID. Buzz.
Sondern: der neue Ford Tourneo Custom.

Der Bulli war nie nur Kult – sondern vor allem clever
Bevor jetzt jemand empört den Autoschlüssel hebt: Natürlich lieben wir den VW Bulli, im speziellen den T5 bis T6 Multivan. Und natürlich auch den Transporter bis hin zur Caravelle Das ist ja klar!
Warum auch nicht? Er war jahrzehntelang die perfekte Mischung aus
- echtem Campingpotenzial
- kompakter Außenlänge
- maximal nutzbarem Innenraum
- Alltagstauglichkeit

Unter der Woche Familienauto oder Firmenwagen. Freitagabend schnell die Campingbox und Staumodul rein, Matratze ausklappen und los Richtung Berge, Meer oder Lieblingsstellplatz.
Genau diese Mischung hat den Bulli groß gemacht. Nicht das Logo. Nicht der Mythos. Sondern seine Fähigkeit, Alltag und Abenteuer miteinander zu verbinden. Und genau deshalb schauen wir heute genauer hin.
Warum wir den T7 nicht als echten Bulli-Nachfolger sehen
Der neue VW Multivan T7 ist modern. Ohne Frage. Er fährt komfortabel, sieht hochwertig aus und bringt jede Menge Technik mit.
Als Familienauto? Stark.
Als echtes Camperfahrzeug? Aus unserer Sicht schwierig.

Der entscheidende Punkt ist simpel:
Der Innenraum ist zu kurz. Ja!
– selbst beim langen Radstand.
Das klingt erstmal nach einer Kleinigkeit. Ist es aber nicht. Denn beim Camping zählt jeder Zentimeter. Wirklich jeder.
Schlafsystem, Gepäck, Stauraum, Küche, Kleidung, Kühlbox – plötzlich wird aus „passt schon irgendwie“ ziemlich schnell ein tägliches Tetris-Spiel. Und dann vor allem ein Chaos. Denn wo kein Platz ist, ist dafür schnell ein großes Durcheinander.
Die Folge:
- weniger Stauraum – entweder Bett oder Stauschrank
- kein Stauschrank = schnell Chaos im Camper
- eingeschränkte Schlaflösungen – Bettverlängerung ist nicht möglich
- mehr Kompromisse beim Komfort – wenn Bett, kein Toilettenmodul (nur ohne Fixierung)
- weniger Freiheit, Komfort im Innenraum – der Komfort im Fahrzeug
Und genau das fühlt sich für uns nicht nach dem an, was den Bulli einmal ausgemacht hat. Natürlich kannst du im T7 campen. Wir bieten speziell angepasste Küchen und Schlafsysteme an, die deinen Multivan T7 oder California Beach T7 in Minuten zum Urlaubsvan umwandeln.
ABER: Es passt zum Beispiel kein weiteres Modul mehr rein. Kein unserer Stau- / Innenraummodule in Kombination mit einem Bett rein. Jetzt musst du dich entscheiden – Schlafen oder Ordnung.
Denn der Bulli war früher vor allem eines: praktisch und clever.
Und der ID. Buzz? Schön. Emotional. Aber nicht konsequent gedacht
Der VW ID. Buzz schafft etwas, das kaum ein anderes Fahrzeug heute schafft: Menschen drehen sich nach ihm um.
Er weckt Emotionen, erinnert charmant an den T1 und sorgt zuverlässig für Gespräche auf jedem Parkplatz.
Optisch? Großes Kino.
Aber sobald wir die Camper-Brille aufsetzen, wird es komplizierter. Denn auch hier gilt:
Der Innenraum ist selbst beim langen Radstand schlicht zu kurz für ein wirklich durchdachtes Mobilcamping-Konzept.

Klar – für spontane Wochenendtrips funktioniert vieles. Aber wer ein Fahrzeug sucht, das gleichzeitig
- Alltagsauto
- Familienfahrzeug
- Reisebegleiter
- und echter Camper
sein soll, stößt schneller an Grenzen, als man zunächst vermuten würde. Der Platz ähnelt leider sehr dem Multivan T7. Wenn Bett – kein Staumodul usw..


Wie gesagt auch nicht beim langen Radstand (s. o. Abbildung). Und genau dort trennt sich Emotion von Funktion.
Warum der Ford Tourneo Custom für uns der eigentliche Bulli-Erbe ist
Jetzt kommt der Teil, bei dem viele vermutlich kurz die Stirn runzeln.
Ford? Wirklich? Ja. Tatsächlich.
Denn aus Camper-Sicht erfüllt der neue Ford Tourneo Custom ab Baujahr 2024 gerade erstaunlich viele Eigenschaften, die früher den Bulli so stark gemacht haben.
1. Mehr nutzbarer Innenraum – und das merkt man sofort


Der vielleicht wichtigste Punkt zuerst: Platz schlägt Marketingversprechen.
Der Ford Tourneo Custom bietet schlicht mehr sinnvoll nutzbaren Raum. Und dieser Unterschied ist in der Praxis beim Campen enorm.
Mehr Innenlänge bedeutet:
- bequeme Schlafsysteme und Beinfreiheit
- kombinierbare Heckküche oder Innenraumküche
- sinnvoll nutzbaren Stauraum, z. B. für Stauschrank, Toilette etc.
- mehr Bewegungsfreiheit im Alltag und auf Reisen
Kurz gesagt:
Man muss weniger tricksen. Und genau das macht Camping entspannter.
Der Tourneo Custom bietet schlicht mehr sinnvoll nutzbaren Raum. Und dieser Unterschied ist in der Praxis enorm. Schau doch mal rein…
2. Alltag und Camping funktionieren wieder zusammen
Ein gutes Camperfahrzeug muss nicht nur am Stellplatz überzeugen.
Es muss auch montagmorgens funktionieren: Supermarkt. Arbeit. Familie. Baumarkt. Wochenendtrip. Genau diese Vielseitigkeit war jahrzehntelang die große Stärke des Bullis.
Und der Tourneo Custom bringt dieses Gefühl überraschend gut zurück. Neben Innenraumvolumen sind im „neuen Bulli“ zum Beispiel auch wieder Heckauszüge möglich – perfekt für Alltag, Beruf und Campen.


Nicht zu groß. Nicht zu kompliziert. Aber eben wieder sinnvoll nutzbar.
3. Gleiche Basis, besseres Preis-Leistungs-Verhältnis: Warum auch deshalb viele heute zum Ford greifen
Hier solltest du natürlich unbedingt draufschauen: Der neue Ford Tourneo Custom und der neue VW Caravelle bzw. VW Transporter Kasten ab 2024 sind technisch wirklich eng miteinander verwandt. Diese Modelle entstehen im Rahmen der Kooperation von Ford und Volkswagen und teilen sich große Teile der Plattform sowie zahlreiche technische Komponenten.


Umso spannender ist der Blick auf die Preise. Denn obwohl die Fahrzeuge technisch sehr ähnlich sind, liegt der Ford Tourneo Custom je nach Variante oft spürbar unter dem Preis vergleichbarer VW-Modelle. Teilweise sprechen wir von mehreren Tausend Euro Unterschied. Wer also nüchtern auf Ausstattung, Technik und Preis schaut, bekommt beim Ford aktuell häufig das attraktivere Gesamtpaket. Gerade deshalb wird es für den neuen VW-Bus zunehmend schwer, seinen Preisaufschlag allein über das VW-Logo zu rechtfertigen.
Egal für welches der neuen Modelle du dich entscheidest, wir bieten für alle Fahrzeuge selbstverständlich passgenaue VanEssa Campingmodule an – für den Ford Tourneo Custom, VW Transporter und VW Caravelle. Wenn du auf der Suche nach einer flexiblen Campinglösung bist, wirf gerne einen Blick auf unsere Ausbauten und lass dich inspirieren.
4. Perfekt für Mobilcamping statt Dauerumbau
Bei VanEssa glauben wir seit jeher an eine einfache Idee:
Camping muss nicht kompliziert sein.
- Auto im Alltag fahren.
- Campingmodul einsetzen.
- Losfahren.
- Wieder ausbauen.
- Fertig.
Ohne Umbau. Ohne Werkstatt. Ohne dauerhaftes Camper-Leben auf dem Supermarktparkplatz. Und genau dafür bringt der Tourneo Custom extrem gute Voraussetzungen mit: Platz, Flexibilität und ein Innenraum, der wieder sinnvoll genutzt werden kann.
5. Der Ford trifft genau den Nerv moderner Camper
Nicht jeder möchte heute ein riesiges Wohnmobil fahren.
Viele suchen etwas, das gleichzeitig
- Familienauto
- Reisefahrzeug
- Wochenendcamper und
- unauffälliger Alltagsbegleiter
sein kann. Ein Fahrzeug, das nicht ständig „Ich bin Campingurlaub!“ schreit. Und genau deshalb passt der Tourneo Custom erstaunlich gut in die heutige Zeit.
Unser Fazit nach über 20 Jahren Ausbau-Erfahrung
Der Bulli bleibt Kult. Daran gibt es nichts zu diskutieren.
Vom T1 bis T6 hat Volkswagen eine Fahrzeugikone geschaffen, die Camping geprägt hat wie kaum ein anderes Modell.
Aber wenn wir heute rein aus Camper-Sicht auf den Markt schauen, sehen wir keinen direkten VW-Nachfolger mehr.
Weder der T7 noch der ID. Buzz bieten – selbst mit langem Radstand – den Innenraum, den modernes Mobilcamping wirklich braucht.
Und deshalb sagen wir etwas, das wir selbst vor ein paar Jahren vermutlich nicht erwartet hätten:
Der neue Bulli trägt für uns aktuell kein VW-Logo mehr. Sondern ein Ford-Emblem.
Wie seht ihr das? Welches der neuen Fahrzeuge verdient in euren Augen „Bulli“ genannt zu werden?
Schreibt es uns in die Kommentare! Und natürlich unbedingt auch, wenn ihr eine ganz andere Meinung hierzu habt!






